Dies und das – und Australien

Die Tour mit Staubkind war ein recht großer Erfolg. Nachdem ich die Band zunächst mit Toffifee bestochen hatte, konnte ich sie alsbald auch von meinen technischen Kompetenzen überzeugen. Ich konnte (und durfte) in meinen Job hinein wachsen, der mir Spaß macht und den ich auch weiterhin machen werde. Festivals sind noch immer eine eigene Nummer im Vergleich zu den normalen Konzerten, aber hier sehe ich zum Glück auch mal mehr, als nur den Hintereingang des jeweiligen Veranstaltungshauses…

Eine Veranstaltung, an die ich mich länger erinnern werde, ist der Berlin Music Video Award. Hier sollen vor allem kleine Indiebands eine Chance bekommen, sich zu präsentieren. In den drei Tagen bekamen wir 140 Musikvideos unterschiedlichster Coleur zu sehen; die Beiträge von Coldplay und Prodigy zeigen, dass der Preis ernst genommen wird. Im Unterschied zur sonstigen Lichtjobs bei Konzerten eine nette Abwechslung.
Hier die paar Videos, die bei mir hängengeblieben sind, sei es, weil sie lustig, sehr gut gemacht, beeindruckend, großartig, musikalisch interessant, niedlich oder einfach nur schräg sind:

Eine fast langweilige Saison hat der ruhmreiche SVW hinter sich. Der Beginn war mit dem letzten Platz, einer verunsicherten Mannschaft und der Trennung von Dutt natürlich denkbar schlecht. Doch Skripnik hat es irgendwie geschafft, der Mannschaft nicht nur Leben, sondern auch das Werder-Gen einzuhauchen. Seitdem läuft es für die Werder-Verhältnisse der letzten Jahre wieder recht zufriedenstellend. Ich finde gut, dass die den Europa-Pokal verpasst haben, denn dafür ist der Kader (noch) nicht gut/breit genug. Aber was Eichin und Skripnik auf die Beine stellen, scheint sehr vernünftig zu sein. An Dutt – der das Kunststück schaffte, vom 18. zum 18. zu wechseln und trotzdem nicht abzusteigen – die besten Wünsche. Nr.1 nach Schaaf war eben sehr, sehr schwer.

Das Relegationsspiel mit einem HSV-Fan zu schauen, war hingegen sehr aufregend – vor allem die 91. Minute. Junge, ist der auf und ab gehüpft… aber er hat das Spiel hervorragend zusammengefasst: „Beide Mannschaften haben gezeigt, dass sie in der 2. Liga nichts verloren haben – und in der 1. auch nicht.“. Jo.
Ich wünsche Beiersdorfer und Labbadia, dass sie den Kahn endlich mal auf Kurs bekommen. Denn seien wir mal ehrlich: das wahre Nordderby ist Werder-HSV.
Allerdings finde ich auch, wenn sie jetzt ein drittes Mal in die Relegation kommen, sollten sie schon aus Prinzip direkt absteigen.

Ich bin jetzt bei Telegram. Der Whatsapp-Konkurrent tut zumindest so, als würde er Nutzerrechte und Datenschutz respektieren – und läuft auf meinem Computer (auch wenn Whatsapp das mittlerweile auch tut). Wer mich anschreiben will: Nutzername ist sushey. (Kommt alle auf die gute Seite :-))

21 der 25 weltweit giftigsten Spinnen, Haie, Krokodile, 50 Giftschlagen, Quallen, Giftfische, eine merkwürdige Sportart, die irgendwas zwischen Ostereiersuche, Rugby und Prügelei ist – Australien ist das ideale Land, um von Mitte Juli bis Ende September mit dem Rad hindurch zu fahren. Der australische Winter wird vom Wetter her dem isländischen Sommer wohl recht nahe kommen. Ob es dann wieder ein Buch geben wird, weiß ich noch nicht – ich gehe aber stark davon aus.

Auf jeden Fall stimmt die Beleuchtung, denn die Lumotec Cyo Premium ist schweinemäßig hell. Interessanterweise stört sie im Sensorbetrieb den Funktacho so sehr, dass er kaum noch ein Signal bekommt – wenn ich sie aber „hart“ einschalte, dann fast gar nicht. Wunder der Technik.

Meine Technik beim Bouldern wird glücklicherweise auch immer besser. Langsam komme ich in eine Form, die mir gefällt. Was das Bouldern mir bedeutet, habe ich gestern in einem Tweet zusammengefasst:

Erwähnte ich schon die Weyers? Die sind nicht nur Vorband von Staubkind, sondern auch feine Musiker und Menschen.

PEACE OUT!

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Auf Tour

Es begann mit einem kleinen, unscheinbaren Gespräch Ende März, beim Thailänder unweit des K17, wo ich oft Licht für Konzerte mache. Ob ich jemanden kennen würde, der sich vorstellen kann, Backliner¹ für eine befreundete Band machen. Die Bezahlung sei fair, die Leute nett, die Arbeit erträglich. Nein, sagte ich, direkt wen kennen würde ich nicht, aber was seien denn überhaupt die Termine…

Und so kam ich dieses Mal nicht zu einer Radreise – auch wenn die Parallelen in der Entstehungsgeschichte unübersehbar sind – aber zu einer Reise der ganz anderen Art: Ich würde im April und im Mai mit Staubkind² auf Tour gehen und für sie den Packesel machen.

Im Lichtermeer.
Im Lichtermeer.

Begleitet werden wir von Hannes Kreuziger , einem Singer/Songwriter, der nur mit seinem E-Piano unterwegs ist und in seinen Liedern viel vom Leben, vom Lieben und dem ganzen Umzu erzählt. Er hat schon viel erlebt und lässt das Publikum daran teilhaben.

Hannes.
Hannes.

Die beiden Brüder Weyermann sind nicht nur menschlich ein Erlebnis – ihr kerniger, ehrlicher, analoger Rock’n’Roll macht einfach Spaß!

The Weyers in Action.
The Weyers in Action.

Während ich mich darüber freute, neue Städte und Menschen kennenzulernen, meinte die Tonfrau nur lapidar: „Du bist ja optimistisch, was deine Arbeitszeiten betrifft…“ – inzwischen weiß ich, dass sie Recht hatte.

Görlitz
So ging es zu Ostern – zunächst noch im Sprinter – nach Görlitz. Für mich gleichermaßen spannend und aufregend, denn sowas kannte ich noch nicht – zum Glück war ein erfahrener Backliner dabei, der mir alles zeigte. Ich kam mir vor wie Falschgeld, aber viel falsch gemacht hatte ich anscheinend nicht, denn Band, Techniker und ich konnten sich die weitere Liaison gut vorstellen.
Görlitz selber ist eine spannende Stadt, mit deutscher und polnischer Hälfte, viel Altstadt und nicht minder viel Geschichte. Hier hatte ich tatsächlich zwei Stunden Zeit, um mit dem Keyboarder und dem Gitarristen durch die Stadt zu spazieren. Konzert, Abbau, alles im Sprinter verstauen, morgens um 5 in Berlin, ab in den ICE, um (fast) pünktlich bei Oma am Osterfrühstückstisch zu sitzen.

Cottbus
Mein erstes Mal im Tourbus. Schöne Sache: man nimmt das Bett quasi mit. Die Fahrt im Nightliner ist wirklich vergnüglich und der Busfahrer ein Original. Wichtigste Regel: wenn man abends weggeht, muss man den Tourausweis am Lenkrad liegen lassen, damit der Busfahrer weiß, wer noch fehlt.
Zum ersten Mal auch komplett für die Technik verantwortlich. Zum Glück ist die Band nicht nur nett, sondern auch entspannt und professionell. Das macht mir das Leben leichter, und der Puls ist nur während des Konzerts auf Anschlag. Bis auf eine verstimmte Gitarre (der Sänger stimmt seine Gitarre tiefer, was ich nicht wusste) geht alles gut, von Cottbus gesehen hab ich nichts, von Band und Bühne viel, und weiter gehts nach

Jena
Ich kenne die Stadt schon recht gut. Der Veranstaltungsort ist schön für die Zuschauer, aber furchtbar für mich – überall Treppen. Dass ein sehr lieber Mensch vor Ort ist, freut mich sehr, auch wenn ich wenig Zeit habe. Leider muss der Bus auch recht früh wieder los; es geht nach

München
hier war ich noch nie, aber außer dass wir morgens eine Runde drehen, um einen Bäcker zu finden, der offen hat (sonntags in München…), sehe ich nichts von der Stadt. Dafür läuft das Konzert glatt und macht auch mir zum ersten Mal richtig Spaß. Auf der Heimfahrt kommen wir noch an der Allianz-Arena vorbei – ein Minimalziel, wenn man schon in München ist.

Unter der Woche habe ich recht viel in Berlin zu tun. Dann steigen wir in den Bus nach
Hannover
im Musikzentrum lässt die Band es krachen, danach feiert der Keyboarder seinen Geburtstag irgendwo in der Innenstadt zu Soulmusik. Die Crew ist erwartungsgemäß schnell müde, aber Hauptsache, wir waren dabei!

Staubkind. Lichtprobe in Hannover.
Staubkind. Lichtprobe in Hannover.

In Wilhelmshaven steige ich aus dem Bus – und rieche als erstes das Meer. Fein! Der Veranstaltungsort ist schön, die Menschen dort sehr freundlich und bemüht – nur das Publikum könnte zahlreicher sein. Die Band rockt trotzdem, und am Ende nimmt meine Schwester mich mit, die andere Schwester hat am Folgetag Konfirmation.

Die Konfirmation war sehr schön. Im Anschluss bin ich mit einem sehr lieben Menschen wieder nach Jena gefahren. Am Donnerstag diesen lieben Menschen nach Frankfurt/Main gebracht, um dann nach Berlin zurückzukommen – aber nur für ein paar Stunden, in denen ich eine kleine Radtour gemacht habe, unter anderem zur High-Deck-Siedlung – sehr eindrucksvoll.

Noch des Nachts haben wir wieder den Bus geentert, um zunächst nach Osnabrück zu fahren. Wir werden sehr freundlich begrüßt – ich bekomme sogar ein frisch gemachtes Rührei. Nichts gegen die Stadt, aber ein bisschen grau und bieder ist sie ja schon… ich frage mich, wie sie vor der Zerstörung ausgesehen hat? Vielleicht so schön wie

Aschaffenburg
– aber hier habe ich tatsächlich nur den Veranstaltungsort gesehen (und auch nur den Hinterhof, ich war nicht mal am Haupteingang…). Dabei ist die Stadt wunderschön und somit auf meiner Wiederbesuchsliste. Für mich ein Tag, der nicht so rund läuft – kleinere Flüchtigkeitsfehler, es flutscht nicht so richtig. Die Band selber legt ein super Konzert hin.

Weiter geht es am Wochenende in Wuppertal und Zwickau.

Wir sehen uns!

Tourausweis.
Tourausweis.

¹ der Backliner sorgt dafür, dass Technik (und Musiker) im Anhänger, wahlweise Bus verstaut werden, bringt am Veranstaltungsort Technik (und Musiker) auf die Bühne und sorgt für einen technisch reibungslosen Ablauf des Konzerts (Wasser und Handtücher für die Musiker, zwischendurch Gitarren stimmen, etc.) Ganz wichtig: am Ende des Konzerts gibt es Luftballons, die muss ich alle aufblasen.
Am Ende baut der Backliner die Technik ab, verstaut sie fachkundig, sucht die Musiker, verstaut diese ebenfalls, und ist allgemein sowas wie Mädchen für alles. Muss man mögen, macht aber Spaß, wenn mans mag. Was der Sänger sagt, stimmt: ich bin oft als erster wach und gehe als letzter in den Bus.

² Unheilig in gut.

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