#30daymusicchallenge – Tag 15: Ein Song, der ein Cover ist.

Es gibt viele Songs auf dieser Welt, und gefühlt noch mehr Coverversionen. Einige sind sehr gut, andere – nunja – einfach der Originalsong nachgespielt. Und dann gibt es die Versionen, die einen Song in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen. Weil sie nicht nur nachgespielt, sondern interpretiert werden. „Hurt“ von Johnny Cash/Nine Inch Nails etwa, der im Originial schon gänsehautig war und dann eine ganz andere Dimension bekommen hat. „Teardrop“ in der Version von José González (und wir wissen, wie hervorragend das Original ist). „My Body is a Cage“ klingt im Original eher nach entspanntem Katersong, bei Peter Gabriel nach düsterer Heimsuchung. Gleiches gilt für „The Answer“ von Trentemoller/U.N.K.L.E. Igor Presnyakov widerum ist ein Phänomen für sich.

Doch das Cover, um das es heute geht, wirkt weniger durch eine völlige Neuinterpretation, als mehr dadurch, dass hier zwei herausragende Sänger perfekt harmonieren, eine gute Band gut aufgelegt ist und man spürt, welche Erfurcht sie alle vor diesem wunderbaren Song haben. Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich es höre, und das ist kein Spruch.

José González und String Theory im Funkhaus

Man muss ein wenig Angst haben um die Gesundheit des Dirigenten, so sehr schwingt er den Taktstock, hüpft, wiegt und bewegt er sich zum Rhythmus. Mit aufforderndem Winken versucht er, das Crescendo der Bläser noch etwas zu forcieren, dann die Streicher zu etwas expressiverem Spiel zu bewegen, während das Schlagwerk schon seit Minuten einen drängenden Drum’n’Bass-Rhythmus spielt und damit „Down the Line“ einen ganz neuen Charakter verleiht. Das Orchester hat Spaß, das sieht man. Spaß an der Musik, Spaß an seinem Dirigenten und Spaß an dieser Mischung aus Klassik und Pop. Gut zwanzig Musiker auf der Bühne sind konzentriert am Arbeiten – nur der schmale Mann mit dem schwarzen Vollbart und der Akkustikgitarre vorne links neben dem Dirigenten scheint vollkommen entspannt seine hypnotischen Licks zu spielen. In den ruhigeren Momenten wirken Gesang und Gitarrenspiel gleichermaßen sanft und verletzlich – und dabei tragen sie wunderschöne, bisweilen schmerzhafte Melodien und Texte – doch jetzt gerade ist José González in seinem Element und fühlt sich wohl damit, Teil des großen Ganzen zu sein.

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