Island 2013 – Die Westfjorde I (9)

„Naa, in die Westfjorde könnt ihr net so nebenbei fahren, da brauchts mehr Zeit. Kommt’s lieber noch aan anderes Mal wieder und nehmts euch Zeit für die Westfjorde, die brauchts da nämlich, Minimum vier Wochen!“
Die freundliche österreichische Weltenbummlerin, mit der wir uns in Nýidalur bei nasskaltem und ungemütlichem Wetter abends unterhalten haben, ist ebenso resolut, wie al…reif.
Nach den üblichen Themen – Wokommtihrher, Wowolltihrhin, Mitdemfahrradisjaverrückt, Nadannvielglücknoch – geht es jetzt um Wasmansehenmussundwann, und dazu hat die Österreicherin Einiges zu sagen.

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob Philipp oder ich an die Österreicherin denken, als wir durch die Nachwehen des Sturmes in nordwestlicher Richtung aus Reykjavik herausfahren. Im Moment sind wir wohl auch eher froh, wieder im Sattel zu sitzen, wieder in Bewegung zu sein und endlich wieder ein paar Kilometer zu fressen.
Der Plan sah ursprünglich vor, mit der Fähre zur Halbinsel Akranes zu fahren, um von dort mit dem Rad ins Westland, und von dort erneut mit einer Fähre in die Fjorde zu fahren.
Erstaunlicherweise gibt es die erste Fähre nicht, sodass wir im den Hvalfjördur herum fahren müssen.

Kleiner Fluss am Straßenrand
Kleiner Fluss am Straßenrand

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Kurzer Zwischenstopp in Akureyri

Vor etwa anderthalb Wochen waren wir in der „nördlichsten Hauptstadt der Welt“, jetzt machen wir einen kurzen Zwischenhalt in der „Hauptstadt des Nordens“ – Akureyri.
Die Fahrt bis hierher war nicht weniger eindrucksvoll als die Durchquerung des Hochlandes – lediglich strassenmæssig ein bisschen bequemer 🙂
Wir sind nach Rezkjavik hoch in die Westfjorde gefahren, haben beim bisher in meinen Augen schönsten Wasserfall Dynjadin campiert – dort einen Bekannten von der Fæhre wiedergetroffen – und haben Kilometer um Kilometer abgespult – Westfjorde, das heisst auch: in einen Fjord rein, auf der anderen Seite in Gegenrichtung wieder raus – und dann das Ganze noch mal. Hat den unheimlichen Vorteil, dass aus jedem Gegenwind wieder Rueckenwind wird – leider auch umgekehrt…
Die Westfjorde sind es wert, ausgiebig besucht zu werden. Die Berge sind hier nicht weniger steil als sonstwo, aber etwas weniger schroff, und wesentlich gruener.
Ausserdem gibt es viele, viele Wasserfælle und ueberhaupt viele Bæche und Fluesse.
Abgesehen vom Wind, hat es das Wetter sehr gut mit uns gemeint – wir hatten gestern nach einer Woche zum ersten Mal wieder Regen.
Es wird hier langsam Herbst, so wie auch die Reise langsam den Ende zu geht. Noch 422 Kilometer bis zur Fæhre, aber wir machen noch einen kleinen Schlenker ueber Husavik; Dimmuborgir darf auch nicht fehlen.
Ich weiss nicht, wie viele Pæsse wir noch zu ueberwinden haben (auf jeden Fall einen riesengrossen vor dem Fæhrhafen), aber wir haben schon einige Höhenmeter gemacht.
Die Beitræge, die ich dann fuer milchmithonig schreiben werde, entstehen langsam im Kopf, und ich freue mich auf den unkomplizierten Luxus, den das Leben in Berlin bietet: alle Dinge des tæglichen Bedarfs in Fussweite, ein Bett, dass man nicht jeden Abend auf- und morgens wieder abbaut, ueberhaupt: einfach mal liegen bleiben…
Ich denke viel an die Leute zuhause, frage mich, wie viele wohl unsere Spuren verfolgen und was die Reise im Nachhinein mit mir macht.
Trotzdem ist im Moment das Reisen und Radeln unser quasinatuerlicher Zustand; auch deswegen fahren wir heute gleich noch weiter…

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