a very mellow gold indeed

2009 November 19

So wie immer

2009 November 17
von sushey

Erwin steht auf seinem Balkon und beobachtet das Treiben unter ihm auf der Straße, während er raucht.

Er zieht an der knisternden Zigarette, während der leise nieselnde Regen sich mit dem Grundrauschen der Stadt vereint. Der in orange-rosa schimmernde Himmel spiegelt sich auf den dunklen Straßen; unter dem Balkon stehen zwei Männer und unterhalten sich, ihre Mantelkrägen hochgeschlagen, den rot leuchtenden Glutpunkt der Zigaretten jeweils in der Faust versteckt.

Ein Jugendlicher steuert schnellen Schrittes auf den Spätverkauf zu; vermutlich um sich ein Feierabendbier, ein paar Süssigkeiten oder etwas Freizeit ausserhalb seiner Wohnung zu erkaufen.

Erwins Frau schreit irgendetwas Undefinierbares aus der Wohnung heraus. Erwin registriert es mit dem beiläufigen Desinteresse desjenigen, der dieses oder Ähnliches schon tausende von Malen gehört hat – und vermutlich noch tausende von Malen hören wird.

Unbewusst schnippst Erwin die Zigarette über die Brüstung, hinaus in einen nasskalten Tod.

Wann war sie ihm eigentlich egal geworden? Er hatte sie doch schließlich geliebt, so wie sie ihn auch. Wann hatte sie begonnen, ihm undefinierte Dinge aus der Wohnung hinterherzuschreien? Wann hatte er begonnen, sie zu verabscheuen – und wenn er ehrlich war, auch sich?

mehr lesen…

Doublefooture: Them Crooked Vultures vs. Foo Fighters

2009 November 15

crooked_vultures

Es musste ja mit einem scheppernden Schlagzeug beginnen: Wenn sich Dave Grohl – Liebhaber brachial-minutiös geschlagener Rhythmen, Josh Homme – Stonerrocker und Steinzeitkönigin – und John Paul Jones – Legende – zusammentun – nun, dann würde ich auch keine Blockflötenklänge erwarten.

Im Gegenteil, dass die Herren Lust am Rock haben, spürt man beim selbstbetitelten Debüt der Crooked Vultures vom ersten Schlag auf die Snare. Da ist er, der kraftvolle, straighte und spielfreudige Stil von Dave Grohl, noch etwas verhalten, aber erkennbar.
Kombiniert mit dem Gesang Hommes, könnte man glatt denken, hier an ein Album mit Outtakes der Queens of The Stoneage gelangt zu sein – klängen nicht die Gitarren wesentlich blueslastiger als bei den Queens.

Überhaupt schafft das Album erstaunlich leichtfüßig die Balance zwischen klanglicher Homogenität und musikalischem Abwechslungsreichtum. Hier und da erinnert der Harmoniegesang an „Songs For The Deaf“ – Zeiten, der eine oder andere Gitarrensound – samt Riff – könnte tatsächlich von Led Zeppelin stammen, und auch das Songwriting erinnert manchmal an diese andere Band des Schlagzeugers – Them Crooked Vultures erfinden den Rock nicht neu, aber verpassen ihm ein paar kurzweilige neue Nuancen.

mehr lesen…