Schmutzige Hände, Dreckige Cellos | Johnny Hollow – Dirty Hands (2008)
Die Reise in den Kopf des Johnny Hollow gleicht ein wenig dem berühmten Fall in das Kaninchenloch, denn dem Hörer von “Dirty Hands” offenbart sich eine eigenartige Wunderwelt – mit dem unschlagbaren Vorteil, dass es keine böse Königin gibt.
Auch der Fall ist etwas gemächlicher – “Alchemy” beginnt mit einer Art verfremdeten Ticken, in das ein prägnantes Klavierthema einsteigt, welches wiederum mit einem gestrichenen, zum Teil verfremdeten Cello konfrontiert wird.
Deshalb wird die Musik der drei Kanadier gemeinhin auch recht treffend mit “orchestraler, gothischer Kammerpop” bezeichnet – die Band bringt die gesamte Spanne von klassischen Saiteninstrumenten bis hin zu verzerrten Gitarren, Synthesizern und Effekten auf den Vocals spielend unter. mehr lesen…
… so ungefähr beginnt es, das Point’n'Click-Adventure-Spiel “machinarium” – man spielt einen kleinen Roboter in einer liebe-und humorvoll gestalteten, klassischen Steampunkwelt.

Zunächst muss man nämlich den Roboter dazu bringen, sich selbst zusammenzubauen, denn er wurde recht lieblos auf den Schrottplatz geworfen. Allein schon diese – online spielbare – Sequenz macht recht viel Spaß; zudem bringen die Rätsel die grauen Zellen ein wenig in Schwung – genau das Richtige für vergnügliches Kurzweil am Wochenende.
Ich hatte mich schon richtig in die Welt hineingefuchst und wollte mit dem kleinen Roboter weiter forschen – doch da war die Demo leider schon vorüber.
Die 30 Level umfassende Version soll etwa 15 Euro kosten, was ich angesichts des Spaßes, den ich schon in der knappen Stunde Demo hatte, als preiswert empfinde.
Allen Zweiflern empfehle ich, einfach mal loszuspielen.
Ich wollte es zunächst nicht glauben.
Erstens, dass Massive Attack ein neues Album fertig haben, und zweitens, dass es “Heligoland” heißt – beim ersten Überfliegen der Nachricht dachte ich: “was wollen die denn mit Helgoland?”.
Nachdem ich mich ein wenig eingegrooved habe und beim vierten Titel angekommen bin, weiß ich, was sie mit Helgoland wollen: Es erobern!
Denn nicht nur “Girl I Love You” hat musikalisch “Mezzanine” – Düsternis und Beats – und “Protection” – Gefühl und Melodie – als Eltern und ist ein typisches Kind, das langsam größer wird als sie selber.
Das liegt zum Einen an den Gastmusikern. Fast jeder Titel featured ein “feat.” – und so tummeln sich neben 3D und Daddy G zahlreiche Gastmusiker auf “Heligoland” – unter anderem Demon Albarn, Horace Andy oder die hochgeschätzte Hope Sandoval. mehr lesen…



