#30daymusicchallenge – Tag 3: Ein Song, der dich an den Sommer erinnert.

Ich hätte über den zwanzigsten Geburtstag dieses Albums schreiben wollen. Im Herbst 2016 gab es diesen runden Feiertag für eines der unterschätztesten Alben von R.E.M. „Automatic For The People“ ist das Herbstalbum der Band, „Out of Time“ der vielleicht überschätzteste Longplayer; doch das Album, was meinen Sommer 1999 geprägt hat, war „New Adventures In Hi-Fi“. R.E.M. rockig, rastlos, laut. Ich höre es bis heute gerne, das eklektische „How The West was Won…“, das leicht prollige „Wake-Up Bomb“, das leicht verträumte „New Test Leper“, das entspannte „Undertow“, das leicht desillusionierte „E-Bow The Letter“, das dramatische „Leave“, das rastlose „Departure“, das schöne „Bittersweet Me“, das merkwürdige „Be Mine“, das fatalistische „Binky the Doormat“, das schräge „Zither“, das krachige „So Fast, So Numb“, „Low Desert“, das man wohl am besten bei schöner Abenddämmerung hört, und schließlich und endlich das wundervolle „Electrolite“. Sie haben schönere Songs gemacht, berührendere, „Automatic“ bleibt unerreicht – aber „New Adventures“ ist mein heimlicher Favorit, ein Album, das – zumindest im Kopf – immer dann läuft, wenn die Sonne scheint, wenn ich im Auto unterwegs bin, wenn ich reise. Ich bin dann mal weg:

R.E.M. – Automatic For The People (1992)

Ein großer, dunkler Raum an einem Herbstabend. Es ist bereits empfindlich kühl, und es herrscht die leicht merkwürdige introvertierte Stimmung, die einen immer dann erreicht, wenn man herunterkommt von den aufregenden Dingen des Tages.

Ich befinde mich auf der Südinsel Neuseelands, und es ist kein Zufall, dass ich gerade hier meine intensivsten Erfahrungen mit „Automatic For The People“ mache. Ich nehme zusammen mit etwa 20 anderen Austauschschülern an einer organisierten Rundreise um die Insel teil, die wesentlich „wilder“, abwechslungsreicher und schöner erscheint als der Rest des Landes.
Wie das so ist mit mir, brauche ich immer wieder Auszeiten, um die Eindrücke zu sortieren, Meinungen zu bilden und ja, auch um Musik zu hören.
Ich habe seit etwa einem Jahr damit begonnen, mich intensiver mit R.E.M. auseinanderzusetzen, und während „New Adventures in HiFi“ sich zu meinem Favoriten mausert, schätze ich die Ruhe und die Dunkelheit, aber auch die Wärme, die von „Automatic…“ ausgeht – und so ist es kein Wunder, dass ich das Album in fast vollkommener Dunkelheit höre, um mich auf die Musik konzentrieren zu können. Weiterlesen „R.E.M. – Automatic For The People (1992)“

R.E.M. – Collapse Into Now

Es beginnt mit der mächtigen Nonchalance, mit der auch die Wintersonne morgens in die Augen scheint, wie um zu sagen: „Schau her, es ist zwar noch nicht Kurzehosenwetter, aber ich bin wieder da!“


So ungefähr legt das passend betitelte „Discoverer“ los – ein für R.E.M. – Verhältnisse wuchtiges Gitarrenriff mit einer fetten Bassdrum (live wird es ein Knaller) macht aus der Midtemponummer ein wenig mehr, als sie eigentlich ist. Es fühlt sich ein bisschen so an wie zu besten „New Adventure“ – Zeiten: das leicht rastlose Live-Gefühl.

„All The Best“ schlägt in die gleiche, krachige Kerbe, bevor „Überlin“ ein wenig ruhiger und introvertierter daherkommt. Der Titel kommt übrigens nicht von ungefähr; das Album ist nur 10 Radminuten von meiner Wohnung entfernt entstanden – warum erfahre ich das eigentlich erst jetzt?!?

„Oh My Heart“ ist ungewöhnlich instrumentiert – unter anderem Akkordeon – und schlägt mit seinem 3/4 Takt einen sehr folkigen Weg ein; Mike Stipes Stimme passt hervorragend in den Song, den er mit einer Mischung aus Distanz und Leidenschaft singt. Weiterlesen „R.E.M. – Collapse Into Now“

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