R.E.M. – Collapse Into Now

Es beginnt mit der mächtigen Nonchalance, mit der auch die Wintersonne morgens in die Augen scheint, wie um zu sagen: „Schau her, es ist zwar noch nicht Kurzehosenwetter, aber ich bin wieder da!“


So ungefähr legt das passend betitelte „Discoverer“ los – ein für R.E.M. – Verhältnisse wuchtiges Gitarrenriff mit einer fetten Bassdrum (live wird es ein Knaller) macht aus der Midtemponummer ein wenig mehr, als sie eigentlich ist. Es fühlt sich ein bisschen so an wie zu besten „New Adventure“ – Zeiten: das leicht rastlose Live-Gefühl.

„All The Best“ schlägt in die gleiche, krachige Kerbe, bevor „Überlin“ ein wenig ruhiger und introvertierter daherkommt. Der Titel kommt übrigens nicht von ungefähr; das Album ist nur 10 Radminuten von meiner Wohnung entfernt entstanden – warum erfahre ich das eigentlich erst jetzt?!?

„Oh My Heart“ ist ungewöhnlich instrumentiert – unter anderem Akkordeon – und schlägt mit seinem 3/4 Takt einen sehr folkigen Weg ein; Mike Stipes Stimme passt hervorragend in den Song, den er mit einer Mischung aus Distanz und Leidenschaft singt.

Überhaupt hört man der Stimme an, dass sie deutlich älter und, sagen wir – gereifter – ist, als zu „Out Of Time“ – Zeiten – dadurch wird der Gesang Stipes entspannter und klingt wärmer, aber auch ein wenig – nunja, müde.

In der Nachfolge wird das Album allgemein ein wenig folkiger, bis mit „Mine Smell Like Honey“ eine typische R.E.M. – Single kommt: schnelleres Tempo, catchy Refrain, zuckersüßer Hintergrundgesang – Shiny Happy Singleauskopplung.

Allgemein überwiegt aber die introspektive Stimmung, die sich im Gegensatz zu „Up“ sehr unsperrig und nur wenig melancholisch darstellt.

Und gerade, als man sich der ruhigen Stimmung hingibt, kommt mit „Alligator Aviator Autopilot Antimatter“ ein Titel, der so ähnlich auch auf „Monster“ hätte sein können. Peaches darf sich stimmlich beteiligen, und so schnell und unerwartet, wie das Lied begann, ist es auch schon wieder vorbei.

Das schöne „Me, Marlon Brando, Marlon Brando and I“ ist ein würdiger Wegbereiter für den nicht minder schönen, aber ungleich melancholischeren Endtitel „Blue“, auf dem auch Patti Smith wieder dabei ist. Nicht nur wegen der Sängerin, sondern auch wegen des Sounds fühle ich mich stark an mein 1996er Lieblingsalbum der Gruppe erinnert. Zum Schluss wird ein schöner Bogen geschlagen: der ausfadende Song geht in die Anfangsakkorde von „Discoverer“ über.

„Collapse Into Now“ ist eines von R.E.M.s stärkeren Alben und zeigt deutlich mehr Vielfalt als „Accelerate“; ähnlich wie aber z.B. „New Adventures“ oder „Up“ muss es sich erst einmal entfalten.

Das ganze Album als Stream

Mehr R.E.M. bei milchmithonig.de

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Eine Antwort zu R.E.M. – Collapse Into Now

  1. sasa schreibt:

    Ich kann mich nicht bei ihr melden, ich kenne sie nur zu gut und weiß genau wie sturköpfig und nachtragend sie ist. Sie würde es nicht verstehen, ihr fehlt meistens die Empathie für sowas. Sie ist einfach nur sauer auf mich und ihr zu Kreuze zu kriechen – wieso sollte ich das tun? Schließlich hat sie sich genau so von mir abgewendet und mich im Stich gelassen und ich hatte einfach nur nen schwachen Moment.
    Sie war oft unzuverlässig und egoistisch, egozentrisch und überhaupt…

    Gefällt mir

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