sunday tunes

Volbeat – Guitar Gangsters & Cadillac Blood

Guitar Gangsters & Cadillac Blood

Volbeat - Guitar Gangsters & Cadillac Blood

„Scheiße, das ist ja fast Rockabilly!“ entfuhr es meinem Kollegen, als ich ihm zum ersten Mal Volbeat vorspielte. Äh, das ist korrekt.
Und auch wieder nicht, denn was die Dänen so interessant macht, ist die Mischung aus harten Gitarrenriffs, Rockabilly-mäßig arrangierten Songs und einer Stimme, die zwischen Elvis und Life of Agony liegt – selten war ich mit der Stimme eines Sängers so einverstanden.
Dass die Band nach nur drei Alben schon so unverwechselbar und trotzdem vielseitig ist, lässt sich vielleicht mit der Beschreibung des neuen Albums „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ erklären:

Athmosphärisch beginnt es, mit einem Wüstenrock-Intro, bei dem man förmlich den Sand knirschen hört. Eine Akustikgitarre spielt einsam ein paar Töne vor sich hin – bis ein Metalriff zum Titeltrack „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ – nun, nicht überleitet, sondern sich förmlich in die Stille hereinschneidet. Die Rhythmusgruppe beginnt zu stampfen, die Gitarren sägen weiter, und über dem allen thront die Stimme von Michael Poulsen mit ordentlich Rock’n’Roll-Timbre.

In der Art geht es weiter. „Mary Anns Place“ und „Wild Rover of Hell“ sind thrashig wie gutgelaunte Metallica, „Maybelenne I Hofteholder“ wurde irgendwie mit einer Zeitmaschine aus den Sixties geholt, und sogar vor Ska („Still Counting“) und einem Hank-Williams-Cover („So Lonesome I Could Cry“) scheuen die Dänen nicht zurück.

„Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ ist ein unverwechselbares, originelles und abwechslungsreiches Album, das sein hohes Level konstant durchhält. Und auch den Bezug zum Rockabilly; wer den nicht mag, wird mit Volbeat nichts anfangen können. Alle anderen werden Spaß haben!

www.volbeat.dk

rezension bei laut.de

guitar gangsters & cadillac blood bei amazon.de

Feist – The Reminder

Feist - The Reminder

Feist - The Reminder

Deutlich ruhiger, dafür schöner, geht Feist zu Werke. Ihr semi-akustisches Set im melancholischen ersten Song „So Sorry“ klingt beinah ebenso zerbrechlich, wie ihr Gesang. „I Feel It All“ stellt sich schon fast als Antithese des vorangegangenen Songs dar, denn er ist wesentlich selbstbewusster vorgetragen und stärker instrumentiert.
Es steckt tatsächlich Energie in dieser Frau!
Die sie in „The Park“ gleich wieder ein wenig zurücknimmt. Feist kreiert hier eine Intimität, die so auch von Chan Marshal stammen könnte – durch die analoge Aufnahmetechnik, die Hintergrundgeräusche und den blechigen Gesang gewinnt der Song an Identität.
Überhaupt leben die Lieder, die Leslie Feist schreibt, stark durch die zurückhaltende, wechselnde, aber immer stimmige Instrumentierung. Hier ein paar Pianotönte eingestreut, dort eine angezerrte Gitarre, Glockenspiel oder zwei, drei langgezogene Töne auf der Trompete.
Dies alles kreiert schöne Lieder, die wunderbar zu einem langsamen Sonntagnachmittag passen.
Und gerade wenn man denkt, das ist jetzt alles zu ruhig, irgendwo plätschert alles nur noch vor sich hin, kommt mit dem Cover „Sea Lion Woman“ eine treibende Nummer, die zum Mitgrooven anregt, und danach geht es deutlich energischer zur Sache – ohne, dass die Songs jetzt weniger schön wären, Feist hat einfach nur einen Gang hochgeschaltet, was dem Album guttut.
Insgesamt fließt das Album locker-flockig vor sich hin, und es ist Feists hervorragendem Songwriting und der angesprochenen Instrumentierung zu verdanken, dass es nicht in Pop-Belanglosigkeiten abrutscht, sondern ein Kleinod zwischen Pop und Folk bleibt.
Wer mag, kann die CD haben, ich werd sie mir nochmal als Vinyl kaufen…

www.listentofeist.com

rezension bei laut.de

the reminder bei amazon.de

Advertisements

Über sushey

twitter.com/milch_mit_honig
Dieser Beitrag wurde unter musik abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu sunday tunes

  1. Pingback: Des Wahnsinns dicke Eier | Rob Zombie – Hellbilly Deluxe 2 « milchmithonig.de

Kommentar? Gerne!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s